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Darmstadt Hbf

Wie kommt man hin?
Darmstadt Hbf liegt an der IC-Strecke Frankfurt-Heidelberg, so dass hier stündlich InterCity-Züge halten. Mit der S3 kommt man nach Frankfurt und von dort weiter nach Bad Sooden. Hier kreuzen sich die Regionalbahnlinien RB/RE 60 von Frankfurt nach Heidelberg und RB 75 von Wiesbaden nach Aschaffenburg. Außerdem gibt es Züge der VIAS GmbH nach Erbach im Odernwald RB/RE 65 und nach Pfungstadt RB 66.

Wie kommt man weg?
Einen solchen Bahnhof kann auch als “Obenbahnhof” bezeichnen. Das soll heißen, man muss vom Gleis aus nach oben zum Ausgang. Von der Treppe nach links, also in diesem Fall nach Osten, kommt man zu den Straßenbahnen Richtung Innenstadt. Mit der Linie 5 geht es zum zentralen darmstädter Platz, dem Luisenplatz. Auch die meisten anderen Buslinien fahren dort ab. Es gibt allerdings auch einige Buslinien, die am Westausgang des Bahnhofs halten, was für Fremde etwas verwirrend ist.

Warum sollte man bleiben?
Der Darmstädter Hauptbahnhof hat vor einigen Jahren einen Preis als “Bahnhof des Jahres” bekommen. Wenn man etwas Zeit hat lohnen sich die zahlreichen Verpflegungsgeschäfte in der Bahnhofshalle. Dort fällt auch die schöne Gestaltung der Decke ins Auge.
Auch der Zeitschriftenladen ist gut sortiert. Für einen größeren Einkauf kann man den Supermarkt am Westausgang besuchen (habe ich allerdings noch nicht selbst gemacht).
Warum sollte man wieder weg?
Das einzige Negative, das einem Reisenden auffällt ist, dass es keine Rolltreppen zu den Gleisen gibt, was das Umsteigen mit Gepäck doch etwas mühselig macht. Um der Barrierefreiheit gerecht zu werden, gibt es allerdings Fahrstühle. Sonst lädt der Hauptbahnhof in Darmstadt eher zum bleiben, als zum gehen ein.
Was sonst noch auffällt.
Für außergewöhnliche Entdeckungen war ich noch nicht lange genug da. Vielleicht komme ich ja bald wieder.

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Eisgrubbräu, Mainz

Wo’s ist?

Weisßliliengasse 1a

55116 Mainz

http://www.eisgrub.de/deu/frameset.htm

Wie sieht’s aus?

Das Eisgrubbräu ist eine Gaststättenbrauerei im Herzen von Mainz in der Nähe des Bahnhofs Römisches Theater. Von der Straße kommt man in ein Gewölbe mit einer großen Theke. Im rechten Teil des Gewölbes befinden sich zwei Sudkessel zwischen denen einige Gasttische stehen. In den mittleren Gewölbe, das mit Stehtischen und Barhockern ausgestattet ist, befinden sich im hinteren Bereich, abgetrennt durch eine Glasscheibe, die Gärbottiche. Auf dem Weg zu den Toiletten im hinteren Bereich des Lokals kommt man noch an einem Gastraum vorbei, in dem man sein Bier zwischen den Lagertanks trinken kann. Der rechte Teil des Gewölbes besteht, soweit ich es sehen konnte ausschließlich aus einem Gastraum.

Die Einrichtung ist recht sparsam und einfach gehalten, kann aber als gemütlich bezeichnet werden. Es befindet sich relativ wenig Dekoration an den Wänden. Dafür hängen im mittleren Teil Fernseher an der Decke und den Wänden, auf denen am Samstag und Sonntag Fußball läuft.

Was gibt’s da?

In einer Gasthausbrauerei gibt es vor allem Bier. Man braut ein helles Märzen und ein Schwarzbier. Das Märzen war sehr würzig und hat mir persönlich besser geschmeckt.Serviert wird normalerweise in 0,4l Steinkrügen oder 0,2l Gläsern. Für größere Runden kann man aber auch Meter, Pitcher oder “Biertürme” mit 5l oder 10l bekommen. Die Biertürme sind mobile Zapfanlagen, die auf den Tisch gestellt werden, in dem das Bier in einem Acryglaszylinder über dem Zapfhahn aufbewahrt wird.

Wem das flüssige Brot nicht genug ist, der kann von der Speisekarte die klassischen Wirtshausspezialitäten vom Strammen Max über Handkäs mit Musik bis zur Haxe alles bekommen was heiß und fettig ist. Der Handkäs hätte bei mir allerdings etwas länger in Essig eingelegt sein müssen.

Was gibt’s da nicht?

Was es in keinem Gewölbe gibt ist Ruhe. Durch die Eigenart des Mauerwerks wird der Schall reflektiert und hin und her geworfen. Dadurch entsteht eine Eindruck einer Verstärkung. Dieser Eindruck wird zum Teil durch die massive Theke etwas gedämpft. Es lässt sich aber nicht vermeiden, dass es zu diesem Eindruck kommt. Wenn man das in Kauf nimmt kann man eine gute Zeit im Eisgrub haben.

War ich gern da?

Ja, ich habe den Besuch genossen. Ich war an einem Sonntag Abend da. Es war nicht ganz so voll, obwohl es in der Karnevalszeit war. Der Service war zuvorkommend und hatte Zeit für mich. Im Fernsehn spielten die Bayern und haben gewonnen. Alles in allem ein schöner Abend.

 

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Wiesbaden Hbf

Wie man hinkommt:

Da Wiesbaden meine Heimatstadtist, komme ich meinst etwas anders an, als ein Besucher. Wenn man mit dem Zug kommt, hat man 3 S-Bahn-Linien (S1, S8,S9) aus Richtung Frankfurt, die in Wiesbaden enden, denn der Wiesbadener Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof. Außerdem hält der VIAS SE10 von Frankfurt nach Neuwied in Wiesbaden, eine Reginalbahn nach Aschaffenburg und eine Vectus Regionalbahn nach Niedernhausen und Limburg. Da Wiesbaden Landeshauptstadt ist, musste auch ein ICE-Halt her. So erreicht man Dresden alle 2 Stunden mit einem ICE, sowie Köln über die Anbindung an die Schnellfahrstrecke durch den Taunus und Westerwald.

Wie man wieder weg kommt:

Nach dem Aussteigen aus dem Zug hilft es zunächst in Fahrtrichtung auf dem Bahnsteig weiter zu laufen. In der Querhalle sind einige Geschäfte und über dem Eingang zur Haupthalle hängt eine Anzeigetafel auf der alle Busabfahrten der nächsten Zeit rund um den Hauptbahnhof zu lesen sind. Das bring dem Fremden allerdings soweit nichts, da er nicht weiß wo die einzelnen Bussteige sind. Diese können unter Umständen sehr weit voneinander entfernt sein. Die Stadtbusse Richtung Innenstadt halten auf Bussteig B (durch den Haupteingang und in die Unterführung auf der anderen Seite der breiten Strasse, Linien 1 und 8 bis Wilhelmstrasse bzw. Kurhaus/Theater oder Linien 4, 14, 27 bis Dern’sches Gelände/Kirchgasse).

Die Taxistände und die Haltestellen für die Überlandbusse sind am Ostausgang der Querhalle. Also wenn man von den Bahnsteigen kommt rechts. Der Westausgang führt zum Einkaufszentrum “Lilienkaree”.

Warum man dableiben sollte:

Es gibt zwischen Gleis 7 und 8 eine sehr fetzige Saftbar mit einer tollen Auswahl an gesunden Salaten und Obst, appetitlich zurecht gemacht und zu erschwinglichen Preisen. Sehr zu empfehlen sind auch die frisch gepressten Säfte.

Warum man wieder weg will:

Die Querhalle des Wiesbadener Hauptbahnhofs ist hoch und zugig. Außerdem wird zur Zeit die gesamte Stahlkonstruktion der Abfahrtshalle renoviert, was zu  einer höheren Geräuschentwicklung beiträgt. Die Hälfte der Baumaßnahmen sind aber schon abgeschlossen und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Hallen sind schön hell und luftig geworden.

Was mich bei der Abfahrt besonders nervt ist die ungünstig zwischen Gleis 3 und 4 angebrachte Abfahrtstafel und die Raucherzonen am Anfang jedes Bahnsteigs (bäh!).

Was einem sonst noch auffällt:

Die Gepäckaufbewahrungsboxen befinden sich verstreut auf dem Bahnhofsgelände jeweils hinter den Geschäften am Kopfende der Bahnsteige, sowie an Gleis 1 und 10. Es gibt eine Fahrradmietstation “Der Radler” am Westausgang in der Nähe des Einkaufszentrum “Lilienkaree”.

Die Fahrkartenautomaten sind reichlich vorhanden, jeweils 4 in der Vorhalle und in der Querhalle, sowie je einer auf jedem Bahnsteig. An den Automaten kann man neben der Fahrscheine für die DB und den RMV auch Fahrscheine für den Verkehrsverbund Rhein-Nahe (RNN) kaufen, da Wiesbaden mit Mainz zu beiden Verkehrsverbünden gehört.

UPDATE:  Das ist mir vor kurzem erst wieder aufgefallen. In der Haupthalle ist ein Stand, der gebrannte Mandeln und Erdnüsse verkauft. So riecht es im Wiesbadener Hauptbahnhof ganzjährig nach Weihnachtsmarkt.

Bahnhöfe und Wirtshäuser

Ich habe hier schon lange nichts mehr geschrieben und das lag vor allem daran, dass ich nach meiner Hamburg Auszeit die Stelle gewechselt habe und mich erst einmal an die neuen Abläufe gewöhnen musste. Außerdem haben mir etwas die Themen gefehlt, denn nur meine Ausflüge nachzuerzählen fand ich dann doch etwas eintönig.

Mir ist dann im letzten halben Jahr das Blog von Anne Schüssler in die Hände gefallen. Sie hat eine Rubrik über Bahnhöfe. Da ich gerne mit dem Zug fahre, habe ich mir gedacht: “Das kann ich auch!”, und werde ebenfalls eine Bahnhofsrubrik in mein Blog aufnehmen.

Die zweite Idee für eine Blog-Rubrik ist mir auf meiner Weihnachtsreise eingefallen. Ich habe bemerkt, dass ich sehr häufig in Wirtshäusern oder Brauhäusern Rast mache. Aber egal, wo man hin kommt, es gibt immer sehr spezielle Eigenheiten dieser Gaststätten. In der nächsten Zeit möchte ich in lockerer Folge über einige dieser Gasthäuser berichten, was es gutes gibt, was vielleicht stört und was man unbedingt probieren muss.

Ich hoffe meine neuen Rubriken machen Euch Freude beim lesen.

Auszeit in Hamburg

Eigentlich war das mit dem Urlaub jetzt gar nicht so geplant. Aber der überraschende Jobwechsel führte dazu, dass ich über einige freie Tage verfügte. Es standen mehrere Optionen zur Auswahl. Ich war schon länger nicht in München und träumte davon in einem schattigen Biergarten die Seele baumeln zu lassen. Doch eine Check der Hotelpreise für München ließ mich von dem Vorhaben Abstand nehmen (die haben doch einen Knall!). In Hamburg war ich letztes Jahr schon zweimal, aber ich liebe diese Stadt, Die Hotelpreise sind einigermaßen vernünftig und es gab sogar einen günstigen Flug.

Museumshafen Oevelgönne

Obwohl ich eigentlich gerne mit der Bahn reise, hat die Anreise mit dem Flugzeug den Vorteil, dass man fast den halben Tag für Unternehmungen zur Verfügung hat. Nach dem Einchecken im Hotel habe ich dann gleich meine Lieblingsplätze in Hamburg aufgesucht. Zu allererst den Museumshafen in Oevelgönne, den ich stilecht mit der Hafenfähre 62 ansteuerte. Ich mag das Flair der alten Schiffe und die tolle Aussicht auf die Elbe.

Für das Abendessen habe ich mir ein Restaurant im Portugiesen-Viertel ausgesucht. Ich kann die Qualität von Restaurants nicht objektiv beurteilen, aber bei Bacalao grelhado und Vino verde kam schon ein wenig Urlaubsfeeling auf. Den Abend habe ich dann im Hamburg City Beach Club bei ein paar kühlen Bier ausklingen lassen. Der HCBC ist mein absoluter Lieblingsort in Hamburg zum chillen, tolle Aussicht über den Hafen oberhalb der St. Pauli-Landungsbrücken, kühles Bier und loungige Musik finde ich einfach klasse.

Aus der Ausstellung “Alice im Wunderland” der Kunsthalle Hamburg

Den nächsten Tag habe ich mir für die Kultur reserviert. Die Hamburger Kunsthalle ist immer einen Besuch Wert. Zur Zeit gab es zwei Ausstellungen. Zum einen eine kuratorische Auseinandersetzung mit dem Thema “Alice im Wunderland” und wie die Geschichte von Lewis Caroll aus dem 19. Jahrhundert die Kunst und die Künstler beeinflusst hat. Die sehr tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Inhalten des Buches in dieser Ausstellung haben mir allerdings vor Augen geführt, dass ich weder das Buch noch eine der zahlreichen Verfilmungen in Gänze gelesen oder gesehen habe, sondern immer nur Versatzstücke kenne. Die Ausstellung hat mir gezeigt, wie vielschichtig die Geschichte ist. Ich denke, ich werde das Buch doch noch lesen.

Zum Zweiten wird eine Fotoausstellung “Lost Places” gezeigt. Hier werden Fotos und Video vom Orten gezeigt, die auf spezielle Weise skurril, befremdlich oder berührend sind. So wird in einer Fotoserie von John Sternfelds die Orte von Verbrechen dokumentiert, ohne das Verbrechen zu Gesicht zu bekommen. Eine anderen Serie zeigt Bilder eines Grand Hotels in Mosambik, das nie als solches existiert hat, sondern mittlerweile verfällt. Ebenfalls in dieser Ausstellung vertreten sind Bilder von Thomas Struth, dessen Werke ich bereits 2011 in einer Ausstellung der Kunsthalle NRW in Düsseldorf bewundert habe.

“Horizon Field” in den Deichtorhallen

Nach einer kleinen Mittagspause ging es für mich in die Deichtorhallen. Hier befindet sich zu Zeit ein einmaliges Kunstwerk, das Horzion Field von Antony Gromley. Es handelt sich um eine Fläche die ungefähr die Zweidrittel der Halle einnimmt und in der Halben Höhe der Halle an acht Stahlseilen aufgehängt ist. Die Oberfläche der Konstruktion besteht aus spiegelnden, schwarzen Platten. Das Horizon Field (ich habe bisher immer von Horizonal Field getwittert) darf nur ohne Schuhe betreten werden. Durch die relativ flexible Aufhängung der Fläche, spürt man auf der Konstruktion auch die Bewegungen der anderen Besucher. Die spiegelnde Oberfläche gibt in gewisser Weise den Eindruck, man befinde sich auf einem See, wieder. Eine, wie ich finde, sehr eindrucksvolle Installation.

Tony Cragg im Ernst-Barlach-Haus

Zum Abschluss des Tages habe ich noch die Tony-Cragg-Ausstellung im Ernst-Barlach-Haus in Klein-Flottbeck besucht. Werke des Künstlers sind mir bereits im Lehmbruck-Museum in Duisburg aufgefallen und als ich an der S-Bahn Plakate der Ausstellung sah, war ich sofort interessiert. Zunächst ist mir natürlich die fantastische Umgebung der Ausstellung aufgefallen. Das Ernst-Barlach-Haus liegt in mitten des Jenisch-Parks, der im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt ist und einen tollen Blick auf die Elbe bietet. Die Ausstellung selber bietet einige “stromlinienförmigen” Skulpturen von Tony Cragg in verschiednen Materialien. Er verarbeitet gerne Holz (vorallem Schichtholz wie Sperrholz) aber auch Stahl, Bronze und Kunststoff. Die Skulpturen zeichnet die Präzision mathematischer Funktionen aus, was ihnen eine abstrakte Eleganz verschafft. Beeindruckt von der Eleganz der Skulpturen habe ich noch in dem kleinen Kiosk im Jenisch-Park bei einem Kaffee einen Regenschauer abgewartet, bevor ich zurück ins Hotel bin.

Nach einer kurzen Joggingrunde durch den Altonaer Volkspark habe ich den Abend bei einer Pizza im Schanzenviertel ausklingen lassen.

“Alte Liebe”

Der Mittwoch stand unter dem Motto “Ein Tag am Meer”. Cuxhaven ist von Hamburg aus in ca. 2 Stunden mit dem Metronom zu erreichen. Also früh Morgens in den Zug gesetzt und los. Eigentlich hatte ich keine großen Erwartungen, ich wollte nur ein wenig relaxen. Ein kleiner Spaziergang zum Fischereihafen “Alte Liebe” und den Ausflugsschiffen und Lotsenbooten zuschauen. Später bin ich am Ufer entlang zum Wahrzeichen Cuxhavens, der Kugelbake, geschlendert. Unterwegs habe ich noch einmal an einer Strandbar einen Zwischenstopp eingelegt. Einfach auf der Wiese liegen und den Schiffen auf der Elbe zuschauen ist so entspannend. Am frühen Abend bin ich wieder in den Zug nach Hamburg eingestiegen und konnte in Altona einwenig die letzte lauschige Sommernacht bei ein oder zwei Bierchen genießen.

Kugelbake Cuxhaven

Für die Rückreise hatte ich mir einige Sorgen gemacht, da das Kabinenpersonal der Lufthansa streiken wollte. Es ist mit dem Flug am Donnerstag aber noch aller pünktlich über die Bühne gegangen.

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